Information betreffend Mahnaufwand von CHF 10.- pro Mahnung

Nach dem Versenden der Mahnungen treffen ab und zu Mitteilungen ein in der folgenden Art: "Aus diesem und jenem Grund muss ich die Mahngebühr nicht bezahlen"

Juristisch bedeutsam sind hierbei m.E. besonders zwei Punkte:
- Eintritt des Zahlungsverzugs
- Bekanntmachung der Höhe des Mahnaufwands

Verzug/Zahlungsverzug:
Geregelt ist dies im Schweizer Obligationenrecht Artikel 102 Verzug des Schuldners / Voraussetzung:
Absatz 1: "Ist eine Verbindlichkeit fällig, so wird der Schuldner durch Mahnung des Gläubigers in Verzug gesetzt."
Absatz 2: "Wurde für die Erfüllung ein bestimmter Verfalltag verabredet, oder ergibt sich ein solcher infolge einer vorbehaltenen und gehörig vorgenommenen Kündigung, so kommt der Schuldner schon mit Ablauf dieses Tages in Verzug."

Ohne bestimmte Verabredung ist für den Verzug Absatz 1 massgebend und eine 1. Mahnung ohne Zusatz-Betrag notwendig. Damit jedoch der Mahnaufwand nicht auf alle (inklusive die recht­zeiti­gen Zahler, siehe unten Hinweis Fairness) umgelegt wird, habe ich die Variante von Absatz 2 gewählt: In den AGB ist das Ende der 30-tägigen Zahlungsfrist als Verfalltag verabredet für den Eintritt des Verzugs "Nachdem die ordentliche Zahlungs­frist von 30 Tagen verstrichen ist, befindet sich der Auftraggeber in Verzug". Falls Sie von einer Auskunftsperson die Angabe erhalten haben, der von mir verrechnete Mahn­auf­wand sei zu Unrecht erfolgt, dann wäre es gut denkbar dass Art.102 Abs.2 nicht ausreichend Beachtung geschenkt wurde. Anmerkung: Abs.2 wird keineswegs nur von mir in Anspruch genommen, beispielsweise hier das Zitat aus der AGB von Sunrise "Kommt der Kunde seiner Zahlungspflicht innert der Zahlungsfrist nicht nach (...) so gerät er mit Ablauf dieser Frist ohne weitere Mahnung in Verzug".

Bekanntmachung Mahnaufwand:
Nach allgemeiner Rechtsauffassung ist in der Schweiz die Bekanntmachung des Mahn­auf­wands in den AGB notwendig, aber nicht hinreichend: Der Auftraggeber hat bei der Rech­nungs­stellung explizit auf den zu erwartenden Mahnaufwand aufmerksam zu machen. Deshalb ist auf meinen Rechnungen deklariert "Zahlungsverzug: Mahn­auf­wand CHF 10". Zusätzlich ist auf dem Informationsblatt der Hinweis enthalten "Mahngebühren ver­mei­den: Bitte bezahlen Sie meine Rechnung innerhalb der 30 Tage Zahlungsfrist, auch wenn Sie die Bestätigung der Kirche noch nicht erhalten haben."

Hinweis:
Abschliessend möchte ich anmerken, dass es der Fairness gegenüber den rechtzeitigen Zahlern entspricht, den Mahnaufwand nicht auf alle Kundinnen und Kunden zu verteilen (wie es oft gemacht wird), sondern dass sinnvollerweise durch jede Person die jeweils beanspruchte Arbeitsleistung zu entschädigen ist.
⇒ Wenn jedoch ein Missverständis oder ein Missgeschick (z.B. rechtzeitige Zahlung wurde wegen Eingabefehler nicht ausgeführt) zur verspäteten Zahlung geführt hat, dann melden Sie sich bitte ungeniert (per Email an austreten<at>austreten.ch) mit der Bitte die Mahn­gebühr zu erlassen.