Bürokratie in der Kirche? St.Galler Kirchen verlangen beglaubigte Unterschrift bei Austritt

Das Regionaljournal Ostschweiz von Radio SRF 1 bezichtige die St.Galler Kirchen eines "strengen Regimes" beim Kirchenaustritt. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob es nicht eine Schikane sei, wenn für den Austritt aus der Kirche eine beglaubigte Unterschrift verlangt wird.

Der Verwaltungsdirektor des katholischen Konfessionsteils stellte jedoch klar, dass die Beglaubigung die Echtheits-Gewähr bietet, dass die Kirchenaustritts-Erklärung tatsächlich von der betreffenden Person selber stammt.

" .. Nur mit einer Beglaubigung herrscht Rechtssicherheit auf beiden Seiten. So stellen wir klar, dass die Person, die unterschrieben hat auch wirklich die Person ist, die den Kirchenaustritt verlangt. .. "

In den meisten anderen Kantonen mangelt es an dieser Rechtssicherheit: Wenn lediglich normal unterschriebene Kirchenaustritts-Briefe von der Kirche angenommen werden, dann kann leicht eine unberechtigte Drittperson miss­bräuchlich einen Kirchenaustritt einreichen (um Missbräuche zu vermeiden versuchen etliche Kirchgemeinden durch Zusendung eines Formulars an die austretende Person zu einer Vergleichs-Unterschrift zu gelangen, aber wegen fehlender gesetzlicher Grundlage sorgen solche Formulare oft für Verwirrung und Missstimmung).

Kein anderer mit dem Kirchenaustritt vergleichbarer amtlicher Vorgang kann lediglich mit einem Brief und einer unverifizierten Unterschrift ausgelöst werden. So betrachtet gehört viel mehr die beim Austritts-Verfahren mangelnde Rechtssicherheit der meisten anderen Kantone kritisch hinterfragt.

Weiterlesen: SRF.ch 30.01.2018
▶ "St.Galler Kirchen verlangen beglaubigte Unterschrift bei Austritt"